Unsere Geschichte

Ursprünglich begann alles mit Roberto, einem Bio-Bauern, der vor 20 Jahren so stark von den Regeln des Marktes belastet war, dass er fast seine wundervolle Berufung aufgeben musste: die Produktion von hochwertigen Zitrusfrüchten und Gemüsesorten.
Die Idee „Le Galline Felici“ ist im Jahr 2002 als Liebesgeschichte geboren, als Roberto das Netz der „Food Coops“ (Bio-Einkaufsgemeinschaften) kennenlernte...
Roberto begann Nachrichten über das Internet zu senden – während er den Umgang mit dem Computer lernte – in denen er seine Geschichte erzählte und seinen Lesern anbot, seine Orangen direkt von ihm zu kaufen. So kam es, dass er die ersten Kisten voller Orangen mit der Post verschickte, bald schon konnte er jedoch die Anzahl seiner Pakete erhöhen, da die Menschen sowohl mit dem Preis als auch mit dem Geschmack sehr zufrieden waren. Außerdem schätzten sie die Tatsache, dass sie den Bauern selbst kannten und die gleichen Werte und Träume mit ihm teilten. Es ging nicht nur um einen "kommerziellen" Austausch, sondern vielmehr darum, Teil eines wertvollen Projekts zu sein, das später die "kleine freundliche Revolution" getauft wurde. Viele Käufer begannen daraufhin nach Sizilien zu reisen, um den Bauernhof kennenzulernen und sich auf menschlicher Ebene zu begegnen – woraus viele wundervolle freundschaftliche Beziehungen entstanden.
Als die Orangen von Roberto aufgrund der großen Nachfrage nicht mehr ausreichten, lud er seine langjährige Freundin Barbara in das Projekt ein. Auch Barbara baute Bio-Orangen an. Sie musste bislang alleine mit den Händlern kämpfen und ihre Zitrusfrüchte zu Spottpreisen verkaufen ... und als sich allmählich mehr und mehr Landwirte beteiligten, entstand ein wunderbares Mosaik, das aufrichtige Menschen vereinte, die sich aktiv und leidenschaftlich für die Landwirtschaft engagierten und die sich nicht ausbeuterisch der Erde gegenüber verhielten, sondern ihr im Gegenteil Fruchtbarkeit und Gesundheit brachten und nach wie vor bringen; ein Mosaik aus Menschen, die sich seit Jahren an der Verbreitung der biologischen nachhaltigen Landwirtschaft beteiligen.
Letztlich zeigte uns unsere Geschichte, dass wir durch unsere Gemeinschaft stark wurden und Teil eines tiefgreifenden Wandels werden konnten.
Zu diesem Zeitpunkt waren es nicht mehr nur Postpakete, sondern auch Paletten mit vielen Paketen, die nicht mehr nur Zitrusfrüchte beinhalteten, sondern auch Honig, Marmeladen, Öle und vieles mehr ... anschließend beteiligte sich auch die Kooperation„Arcolaio“, welche viele leckere Produkte aus Mandeln und andere Köstlichkeiten beisteuerte, die in Sozialprojekten in sizilianischen Gefängnissen hergestellt wurden.

Mit der Zeit wurden wir so viele, dass wir im Jahr 2008 die sizilianische Konsorzium mit dem Namen „Le Galline Felici“ (die glücklichen Hühner) gründeten. Dieser ulkige Name sollte unsere Emanzipation von einem unmenschlichen Markt darstellen und war durch Robertos neue Hennen inspiriert. Diese Hennen, die in ihren Legebatterien nicht mehr nützlich waren, wurden ausgemustert und verkauft. Zuerst waren sie auf Robertos Hof sehr scheu, wussten nichts mit ihrer neuen Freiheit anzufangen und trauten sich nicht aus ihrem Stall. Allmählich begannen sie sich allerdings draußen umzusehen und spazieren zu gehen – man konnte zusehen, wie sie sich veränderten: sie wurden wieder wunderschön. Diese Beobachtung diente uns als Metapher für die Befreiung aus unserer Ausbeutung.

Die Pioniere unseres Hühnerstalls: Antonio Coco & Antonio Grimaldi, Barbara, Beppe, Carlo, Gabriele, Gaetano, L’Arcolaio, Nunziatella und Roberto initiierten das Abenteuer der Zusammenarbeit – eine große Herausforderung für Sizilien, in dem der Individualismus die Vorherrschaft hat. Es waren eben diese Produzenten, die die komplexe Logistik gemeinsam lernten und die sich auf die Bedürfnisse der Food Coops einstellten. Zu dieser Zeit spielte sich alles in einem unserer Höfe ab, unter einem Baldachin.
Dieser Zusammenschluss hat unser persönliches Leben sehr verändert, da wir unsere bisherigen individuellen Vorstellungen beiseite legen mussten, um gemeinsame Entscheidungen treffen zu können. Diese entstanden in langen internen Gesprächen, aber auch im ständigen Austausch mit unseren Freunden aus den Food Coops. Kurz gesagt, wir haben versucht, die berühmte „solidarische Ökonomie“ auf allen Ebenen zu praktizieren.


Daraus ergab sich eine permanente Entwicklung. Im Wissen um die Schwierigkeit, echte Solidarität zu leben, fokussierte unsere interne Debatte gerade darauf: Schritt für Schritt zu versuchen, sich vorwärts in eine positive Richtung zu bewegen, davon überzeugt, dass der individuelle Nutzen nicht im Wettbewerb, sondern in der Kooperation zu finden ist. Deshalb bemühen wir uns auch darum, ähnliche Organisationen bei deren Entstehung zu unterstützen, um immer mehr Menschen den Zugang zu nachhaltig und biologisch produzierten Lebensmitteln und anderen Produkten zu erleichtern und um gemeinsam Alternativen zu etablieren. So können wir gemeinsam immer mehr Puzzleteile einer „anderen Welt“ erschaffen.
Im Laufe dieser Jahre ist das Konsortiumsehr gewachsen, erreichte Frankreich, Belgien und Österreich und integrierte immer mehr sizilianische Bauern. Es war jedoch noch immer nicht genug um einen signifikanten Einfluss auf das große Problem in Sizilien zu haben, in dem die Landwirtschaft in die Knie gezwungen wird. Viele Unternehmen mussten schließen oder ihre Bauernhöfe zu geringen Preisen verkaufen...
Wir werden daher nicht müde zu versuchen, immer mehr und mehr Bauern davon zu überzeugen, nachhaltige Methoden anzuwenden und zwar nicht nur um EU-Subventionen zu erhalten. Sondern weil es wichtig für die Gesundheit des Planeten, der Menschen und der Produzenten selbst ist.

Das Konsortiumhat uns sicherlich nicht reich werden lassen, es hat uns jedoch geholfen, nicht schließen zu müssen. Es bestehen weiterhin viele Probleme innerhalb der einzelnen Betriebe, da beispielsweise die nötige Liquidität fehlt, notwendige Investitionen tätigen zu können.
Bisher arbeiteten wir jedoch ohne jeglichen Zuschuss, wir versuchten es aus eigener Kraft zu schaffen.
Inzwischen, im Jahr 2014, konnten wir ein schönes Lager in der Nähe von Catania mieten und das „Hühnerstall“-Team" erweitern. Es sind viele junge Menschen beigetreten, die eines Tages die Stelle der Pioniere einnehmen werden, wenn wir sagen werden, dass wir ein wenig müde sind...
Über die Jahre konnten wir mehr und mehr Arbeitsplätze schaffen. Wir fühlen eine große Verantwortung für alle Familien, die von der Qualität unseres Engagements abhängen, in einem Land, in dem Arbeit sicherlich nicht leicht zu finden ist.
Daher bemühen wir uns auch unablässig, unsere Effizienz zu analysieren, um unser Handeln zu verbessern, bei dem gleichzeitigen Versuch, die Arbeitsbedingungen so fair wie möglich zu gestalten.
Der größte Vorteil dieser Erfahrung ist, dass Leidenschaft, Emotionen und Hoffnung in unsere Leben gebracht wurde, während wir mit Zynismus und manchmal sogar Depression starteten.
Es gibt noch viel zu tun, denn das noch unausgeschöpfte Potenzial ist immens, aber wir sind nicht mehr allein!!!
Wir wollen allen Menschen aus den Food Coops danken, dass sie uns immer unterstützt haben, als wahre Freunde!